Martin Heilig

Meine Rede vom 12.01.15 am 159. Würzburger Montagsspaziergang

"Für alle Opfer von Terror und Gewalt" vor rund 2500 TeilnehmerInnen:

 

Je Suis Charlie - Je Suis Ahmed

  • Unsere Gedanken, Unser Beileid, unsere Herz, ist bei den Hinterbliebenen derjenigen die den brutalen, unmenschlichen Anschlägen in Paris zum Opfer gefallen sind

  • Das war ein Anschlag auf uns alle, ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit aber auch auf die offene Gesellschaft.

  • Die Opfer des Anschlages waren Juden, Moslems, Christen, Atheisten und die Anschläge haben mit einer Religion oder Herkunft nichts zu tun!

Warum sage ich Je Suis Ahmed? Ich bin Ahmed?

 

  • Mein persönlicher Held bei dieser ganzen grauenvollen Geschichte ist Ahmed Merabet, der 42 Polizist und gläubige Moslem der von den Terroristen vor dem Gebäude bei Charlie Hebdo hingerichtet wurde.

  • Das Magazin Charly Hebdo hat Ahmeds Religion beleidigt und Moslems herabgewürdigt, d.h. Ahmed hat diese Satire und die dargestellte Meinung sicher nicht geteilt , er hat aber die Meinungsfreiheit der Satiriker mit seinem Leben verteidigt und wortwörtlich mit seinem Leben bezahlt.

  • Er hat die Ideale der Aufklärung, unsere Werte verteidigt.

  • Der französische Philosoph und Satiriker Voltaire (oder eigentlich sein Biograph) soll einmal gesagt haben:

„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“

Ahmed hat auf tragische Weise dieses Sinnbild für das Ideal eines aufgeklärten , liberalen Demokrakten – dieses Ideal von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - auf unfassbar tragische Weise tatsächlich erfüllt.

  • Und auch deshalb – meine sehr geehrten Damen und Herren – sind wir heute hier:

  • Wir werden nicht zulassen, dass alle Moslems unter Generalverdacht gestellt werden.

  • Der Bruder und die Lebensgefährtin von Ahmed mussten online mit ansehen wie ihr Bruder/Mann so bestialisch ermordet wurde.

  • Sollen wir jetzt zulassen, dass ihre Religion jetzt auch noch ganz pauschal und undifferenziert - dafür verantwortlich gemacht wird?

  • Ich sage: NEIN!

  • Sollen wir wegsehen wenn die Flüchtlinge, die vor den Vasallen der Terroristen geflüchtet sind jetzt hier – wo sie endlich in Sicherheit zu sein scheinen – gedemütigt und angefeindet werden – weil man sie über einen Kamm schert mit ihren Peinigern?

  • Ich sage: Nein!

  • Sollen wir zusehen wie fundamentalistische Terroristen und ewig Gestrige in einer Art Zangenangriff unsere freie, weltoffenen, demokratische Gesellschaft (oder was davon noch übrig ist) auseinander nehmen?

  • Ich sage Nein!

  • Und ich hoffe, dass ihr auch NEIN sagt!

  • Das sind unsere Werte, das ist unser Land!

  • Wir müssen klug, besonnen aber mit Leidenschaft die Werte der Aufklärung und die offene europäische Gesellschaft verteidigen!

  • Das sind wir nicht zuletzt auch Ahmed Merabet schuldig!

  • Je suis Charlie! Je Suis Ahmed!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Josef Schmid

Bewerbung zur Bundestagswahl 2017

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