Martin Heilig

WÜRZBURG/WASHINGTON
Würzburger kämpft wieder für Obama

Obama oder Romney? Wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird, entscheidet sich in Franken – ein bisschen wenigstens. Dafür sorgt schon Martin Heilig (37). Tagsüber unterrichtet der Würzburger in Marktheidenfeld VWL, Sozialkunde und Englisch, nachts macht er seit Wochen Wahlkampf für Barack Obama. Wie damals, 2008.

„My Name ist Martin . . .“, so beginnt Heilig die Gespräche über den Atlantik hinweg. Er versteht sich als Teil der Kampagne „Obama für America“. Aus dem Hauptquartier der Demokraten bekommt er Listen mit Namen von Haushalten, die traditionell den Demokraten nahestehen. Sie gilt es zu mobilisieren. Nur wenn sie überhaupt wählen gehen und (noch einmal) für Obama stimmen, nur dann wird der erste schwarze US-Präsident der Geschichte nach der Auszählung wieder vorne liegen, sind sich Beobachter sicher. Und weil der Grünen-Bezirksvorsitzende Martin Heilig überzeugt ist, dass Obama die bessere Wahl ist, für die USA, für Europa und die Welt, tätigt er Anruf um Anruf und beginnt mit: „My Name is Martin“.

Etwa 1000 Anrufe waren es 2008, am Ende werden es auch 2012 nicht weniger sein. Heilig mobilisiert. Er macht seinen Gesprächspartnern klar, wie wichtig die Wahl ist, wo die Wahlurnen stehen und dass es einen Fahrdienst gibt. Ein, zwei Minuten dauert die Seelenmassage meist, doch wenn er merkt, dass am anderen Ende der Leitung einer unentschlossen ist, dann kann das Gespräch auch 20 Minuten dauern.

Eines überrascht Martin Heilig immer wieder: Geschätzt 90 Prozent der Angerufenen freuen sich oder reagieren freundlich. Heilig ist sicher, dass der Durchschnittsdeutsche viel häufiger unwirsch, ja abweisend auf solche Art Anrufe reagieren würde, weil er sich bevormundet fühlte. Dass Heilig als Anrufer so gut ankommt, liegt auch daran, dass er nicht als Außenstehender wahrgenommen wird. Seine Englischkenntnisse sind seit dem Studium in Schottland sehr solide, und der Akzent fällt im Einwanderungsland USA nicht weiter auf.

Grundsätzlich ist die „Aktion Seelenmassage“ auch diesmal ein Erfolg, ist sich Heilig sicher. Eines aber ist für den Lehrer und Grünen-Politiker aus Würzburg doch unüberhörbar am anderen Ende der Leitung: „Die Euphorie für Barack Obama ist deutlich geringer als vor vier Jahren.“ Über die Ursachen ist viel geschrieben worden. Die US-Wirtschaft läuft nicht richtig rund, Obama hat viele seiner Versprechen nicht eingelöst beziehungsweise nicht einlösen können.

Und warum kämpft Heilig wieder für Obama? „Seine Bilanz ist gar nicht so schlecht“, lautet die Antwort, als Beispiele für die These nennt Heilig die Gesundheitsreform und verschärfte Verbrauchsregeln für Neuwagen. Und dann ist da die Vorstellung, dass Obama Versäumtes nachholt. „Es ist doch häufig so, dass US-Präsidenten erst während ihrer zweiten Amtszeit Herzensangelegenheiten in Angriff nehmen.“

Und schließlich ist da noch ein nicht ganz ernst gemeinter Wunsch, den Heilig verschmitzt so formuliert: „Ich denke schon, dass auch er (Obama) mich unterstützt.“ Heilig ist als Kandidat für die Bundestagswahl 2013 nominiert.

Artikel der Main Post

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